Der „Drachenstich zu Furth im Wald“...

... das älteste deutsche Volksschauspiel

Älteste Urkunden verweisen auf die Entstehung des heutigen Drachenstich-Festspieles aus der Verehrung des Heiligen Georg und die sogenannten „Lebenden Bilder“, die Gemälde von Peter Breughelbereits seit dem 15. Jahrhundert in der Fronleichnamsprozession mitgeführt wurden. In der Zeit der Aufklärung sollte im Zuge der kulturellen Umwälzungen der Drachenstich abgeschafft werden. Ritter und Drache wurden bei der Prozession mitgeführt. Da die Andacht der Prozessionsteilnehmer ständig unter dem Schauspiel litt, erteilte das Bischöfliche Konsistorium am 6. März 1754 an den Further Pfarrer die Weisung, dass „bemeltes Drachenstechen auf keinerlei Weise mehr gestattet sei“. weiter...

Der dann auch mit den regierenden Stellen aufkommende Streit zog sich über Jahrzehnte hin. Trotz ausgesprochen empfindlicher Geldstrafen wurde das Verbot immer wieder missachtet, bis dann 1788 eine Geldstrafe von 50 Talern das Ende des Drachenstechens bewirkte.Vermutlich erst in den dreissiger Jahren des 19. Jahrhunderts wurde das Drachenstechen wieder aufgenommen.

Die obige Abbildung zeigt einen Ausschnitt aus dem Kupferstich von 1566
nach einem Gemälde von Peter Breughel d.Ä.
Die „klassische“ Darstellung des Drachenkampfes: Links der Drache (wird
von einem Mann geschoben), in der Mitte des Vordergrundes kniet die
Prinzessin und wird von einer Begleiterin gestützt. Dahinter stehend der König.
Rechts reitet mit gestreckter Lanze St. Georg reitet gegen den Drachen.

 

Erstes Deutsches Drachenmuseum

im Landestormuseum Furth im Wald, Schloßplatz 4, 93437 Furth im Wald,
Tel. 09973/509-80 (Verwaltung) oder 09973/802585 (Museumskasse)